Seite 1 von 1

Die Werwölfe

Verfasst: Mi 13. Okt 2010, 18:11
von Der Schreiber
Aussehen:

Werwölfe haben zwei Gestalten, eine Wolfsform, in der sie wie ein normaler Wolf aussehen und eine menschliche Gestalt. In Menschengestalt sehen sie wie fast normale Menschen aus, bis auf ihre rötlichbraunen, gelben oder tiefblauen Wolfsaugen, deren Iris so groß ist, dass das Weiße im Auge kaum zu sehen ist. Die Wölfe tragen im Gegensatz zu den Blutjägern in Wolfsgestalt Rüstungen aus Leder und Metall, meist mit Dornen und Nieten versehen. In Menschengestalt tragen sie meist mit Fellen besetzte Kleidung, wobei die Felle oft die ihrer Ahnen sind.

Die Kultur:

Die Wölfe versuchen kulturell, ihrem Glauben folgend, ihre Menschlichkeit zu bewahren und haben tief im nördlichen Wald das Dorf Mondlager gegründet, welches mit einer großen Höhle verbunden ist. Dort findet das kulturelle Leben der Werwölfe statt. Sie haben alle Art Handwerker, Schmiede, Schreiner und Alchemisten, bloß keine Waffenschmiede. Damit sie diese Handwerksarbeiten ausüben können, müssen sich die Handwerker nach jeder Vollmondphase wieder in Menschen verwandeln. Um dies etwas angenehmer zu gestalten findet dies bei einem Ritus statt, bei dem schmerzlindernde Drogen aus dem Wald genommen werden werden. Der Anteil jener sogenannten "Wandler", die sich zurückverwandeln, ist im Verhältnis zur gesamten Wolfspopulation relativ klein dennoch ist ihr Beitrag groß. Durch sie besitzt jeder Wolf eine eigene Rüstung und kann sich in eine Hütte im Dorf oder eine Kammer in der künstlich erweiterten Höhle ausruhen.
Desweiteren haben es die Wölfe nach jahrelanger Forschung geschafft, den angeborenen Blutdurst durch ein nicht ganz einfach herzustellendes Substrat, einzudämmen. Er tritt bei regelmäßiger Einnahme nurnoch bei Humanoidenblut auf. Doch auch dagegen konnten die Alchemiker der Wölfe ein Mittel finden. Daher trägt jeder Wolf an jeder seiner Vorderpfoten ein Beutelchen, in welches er beißen kann, wenn ihn der Durst zu überkommen droht. Beißt er in das Beutelchen drückt er den darin befindlichen Schwamm mit der blutdursthemmenden Tinktur aus.
Es leben nur wenige Wölfe dauerhaft im Dorf, die meisten wandern in ihren Rudeln durch den Wald aber kehren regelmäßig in das Dorf zurück um ihre Dursthemmer aufzufüllen und Nahrung für das Dorf zu bringen, auch fungieren sie als Späher gegen die Zentauren. Sollte ein Angriff der Zentauren bevorstehen, können sie durch Wolfsgeheul schnell die Rudel versammeln. Jedes Rudel hat einen Alphawolf der das Rudel führt. Die Wölfe haben einen obersten Alphawolf, den sogenannten Urwolf, der die oberste Macht unter den Wölfen hat und von den Alphawölfen beraten wird. Religiös sind sie nahe an den Menschen orientiert und glauben an den Schöpfer und die fünf Göttlichen.
Handel wird nur mit wenigen sehr verschlagenen Goblins betrieben, die den Wölfen das liefern, was sie nicht im Wald finden, im Austausch gegen die Knochen- und Holzschnitzereien, Räucherwerk, Felle und Zentaurenschrumpfköpfen, denen magische Wirkungen nachgesagt werden.
Ansonsten leben die Wölfe abgeschottet vom Rest der Welt, da sie von allen gejagt werden, da diese Angst vor ihrer Wildheit, ihrem Blutdurst haben, ihre Ungepflegtheit verabscheuen, ihre Intelligenz anzweifeln und den Schauergeschichten aus den Wirtshäusern glauben schenken.

Allerdings muss man klar die Blutjäger von den Werwölfen unterscheiden. Diese Werwölfe leben meist als Einzelgänger oder in kleinen Rudeln. Sie sind ein loser Verbund der bloß zum Kampf und zum Huldigen ihres Gottes Traban zusammentritt, was durch Rufsignale ermöglicht wird. Daher gibt es keine nennenswerte Kultur, bis auf diesen Glauben, der das Gleichgewicht zwischen Tieren und Humanoiden beinhaltet, welches durch die Blutjäger gewährleistet werden müsse, indem sie die Zahl der Humanoide im Kampf verringern. Sie verwandeln sich nur äußerst selten in Meschengestalt, da sie keinen Sinn darin sehen, einen so schwachen Körper zu bewohnen, in dem sie nicht kämpfen können und der sie ihrer Sinne beraubt.
Im Kampf sind sie aufgrund ihres Blutrausches gefürchtet, da sie in diesem Zustand keinen Schmerz, keine Angst und keine Gnade kennen, wobei sie auch im Allgemeinen nicht gnädig sind.

Die Blutjager sind fest vom göttlichem Ursprung überzeugt. Sie glauben sie wurden vom Mondgott Traban geschaffen, um die Tiere und Humanoide in einem naturlichen Gelichgewicht zu halten, damit die Humanoide, im besonderen die Zentauren, nicht überhand nehmen. Sie behaupten der Blutrausch sei die Belohnung für das Töten von Humanoiden. Zu Ehren ihres Gottes Traban heulen sie ihm jede Nacht ihre Lieder entgegen, die meilenweit durch den weiten Wald schallen.

Die Werwölfe können sich auf zwei Arten vermehren. Zum einen durch Beißen von Menschen ohne sie zu töten, welches von den Wölfen vermieden wird, von den Blutjägern jedoch nicht, da sie jedoch meist nur gegen Zentauren kämpfen hat dies keinen großen Beitrag. Die zweite Variante ist ein normale Paarung, welche theoretisch gestaltunabhängig ist, da sich die Mutter jedoch zu Vollmond in einen Wolf verwandeln muss, stirbt dabei das Kind, da es die Verwandlung ebenfalls durchmachen muss, der junge Körper dies aber nicht aushält. Daher paaren sich Werwölfe nur in Wolfsgestalt, sodass das Kind in Wolfsgestalt geboren wird. Der Blutdurst setzt in der Pubertät ein, ab wann sie sich auch in Menschen verwandeln können ohne ihren Körper dabei stark zu beschädigen oder sich dabei gar zu töten.

Stärken und Schwächen:

Die Werwölfe verfügen in beiden Gestalten einen menschlichen Intellekt, welcher jedoch durch den Blutdurst leicht ausgeschaltet werden kann.
Unter stundenlangen Schmerzen und Qualen ist es den meisten Werwölfen möglich, sich in die Menschengestalt zurückzuverwandeln. Von menschlicher Gestalt in Wolfsgestalt ist die Verwandelung nur in Vollmondnächten möglich, lässt sich dann aber auch nicht verhindern. Diese Verwandlung geht wesentlich schneller ist aber nicht minder schmerzhaft. Von der Gestalt unabhängig unterliegen die Werwölfe dem Blutdurst. Sobald sie den Geruch oder Geschmack von Blut wahrnehmen verfallen sie in diesen Rausch und sind nurnoch auf töten und morden aus, wobei humanoides Blut einen wesentlich stärkeren Effekt hervorruft als tierisches Blut. Die Alchemiker der Wölfe sind immer auf der Suche nach einem Mittel welches diesen Blutdurst hemmen kann, weil er das gesellschaftliche Leben stark erschwert und strategisches Vorgehen in Schlachten unmöglich macht. Erste Erfolge konnten bereits gefeiert werden. Den Werwölfen ist es möglich mittels Telepathie Eindrücke und Impressionen an ihre Artgenossen über einige Kilometer mitzuteilen. Die übertragbaren Informationen sind abstrakt und können höchstens einfache Botschaften wie Gefühle, Ortsangaben oder kurze Befehle beinhalten.
Unter den Werwölfen gibt es keine Magier, da die Magie in jedem Magier sich gegen die Verwandelung wehrt und so entweder die Verwandelung aufhält oder den Magier beim Versuch dabei tötet. Werwölfe haben eine intensive Furcht vor Wasser, sie scheuen es, sich zu waschen oder Flüsse zu über-/ durchqueren. Daher haben sie in Menschengestalt ein ziemlich wildes Aussehen und einen intensiven Körpergeruch. Als Wolf haben sie scharfe Sinne, wenn sie sich jedoch in einen Menschen verwandeln, haben sie nur die Sinne eines normalen Menschen mit Ausnahme eines deutlich besseren Geruchssinnes, welcher jedoch im Vergleich zu dem eines Wolfes wesentlich schwächer ist. Den Werwölfen wird eine schnelle Wundheilung nachgesagt. Dies ist nur eine Legende die dadurch entstand, dass die Werwölfe im Blutrausch kein Schmerz mehr kennen und auch noch dem Tode nahe weiterkämpfen, als wäre nichts geschehen. Dennoch sind Werwölfe sehr zäh und sind nicht leicht zu töten. Jedoch benötigt man dafür keine besonderen Mittel wie Silber, wie mache Gerüchte behaupten. Genauso wenig sind sie unsterblich, sondern leben in etwa so lange wie normale Menschen.
Interessant ist auch noch, dass Werwölfe nur Menschen und nur jene von ihnen, die über keine magischen Kräfte verfügen, verwandeln können. Andere Rassen aber scheinen immun gegen die Infektion.

Vorkommen:

Nahezu ausnahmslos sind Werwölfe im nördlichen Wald vorzufinden. Mitten im nördlichen Wald befindet sich das Mondlager, welches die einzige Stadt der Werwölfe ist. Nur selten wagen sich einige wenige Wandler hinaus und leben dann unter Menschen. Anders aber die Blutjäger, die den Wald verlassen um in Sagon das Gleichgewicht zwischen Tieren und Humanoiden herzustellen, was meist in einem Blutbad endet.

Die Geschichte:

1037 n.g.Z. war ein junger Alchemist namens Jemmerick Wermon (von dem sich auch der Name Wer-Wolf ableiten soll) auf der Suche nach einem Heilmittel gegen Tollwut, welche ihm bereits Vater und Bruder genommen hatte. Er hatte die nötigen Zutaten und Ingredienzien für seinen Heiltrank schon fast alle zusammen getragen, als auch seine Geliebte von einem tollwütigen Wolf gebissen und infiziert wurde. Doch ihm blieb nicht genug Zeit die letzten fehlenden Zutaten, die nur schwer zu bekommen waren, herbeizuschaffen bevor seine Liebe ihn verlassen würde, sodass er ihr das unfertige Heilmittel verabreichte, in der Hoffnung, dass es die Krankheit wenigstens solange aufhalten würde, wie er brauchte die letzten Reagenzien zu sammeln. Doch stattdessen verwandelte sie sich unter lautem Geschrei in einen Wolf, der wild vor Schmerzen um sich biss und Wermon tötete. Im nun eingetretenen Blutrausch wand sie sich einem nahe gelegenes Dorf der Menschen zu, wo sie die ganze Bevölkerung töte oder tödlich verwundete. Doch jene, die bloß verwundet waren, wurden von dem Virus infiziert und verwandelten sich ebenfalls. Diese Werwölfe bildeten den Grundstamm aller Werwölfe. Nachdem das ganze Dorf ausgerottet oder verwandelt war, legte sich der Blutrausch und sie besannen sich ihrer Menschlichkeit, sodass sie beschlossen, weit weg von den Menschen zu leben um nicht weitere Menschen zu töten. So zogen sie in den nördlichen Wald und schotteten sich von den Menschen ab.
Bald schon trafen sie auf die Zentauren, die bis dahin in dem Wald lebten. Diese fühlten sich bedroht und dachten, dass die Werwölfe ihnen ihre Heimat stehlen wollten. So versuchten sie, die Werwölfe aus dem Wald zu vertreiben und lösten dadurch einen Krieg zwischen Zentauren und Werwölfen aus, den schließlich die Werwölfe für sich entschieden. Durch ihre Wolfsgestalt waren sie den Zentauren im Wald klar überlegen und konnten diese in die nördliche Wintersteppe vertreiben, wo diese wiederum den Werwölfen überlegen waren und versuchten, wieder in den Nordwald einzudringen. Bis heute hat sich dieser Grenzkampf noch nicht gelegt und immer wieder stößt eine der beiden Fraktionen in das Gebiet der anderen vor und wird wieder zurückgedrängt.


-Das Kompendium der Völker von Alsak Peutler

Verfasst: Mi 13. Okt 2010, 18:11
von Anzeige