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Die Vampire

Verfasst: Mi 29. Sep 2010, 21:41
von Der Schreiber
Aussehen:

Im Volksglauben gilt der Vampir als ein grauenhaftes Geschöpf der Nacht. Manche Legenden sprechen von entstellten Menschen, bleich wie ein Leichentuch mit langen Eckzähnen wie bei einer Schlange, blutroten Augen und eher ein Schatten eines Menschen.
Einige wenige hingegen stellen den Vampir als Verführer der Menschen dar mit der Gestalt eines schönen Jünglings oder einer holden Maid. Höchstens ein bisschen bleicher als ein normaler Mensch.
Mehrere Berichte von sogenannten “Vampirjägern“, sofern sich eine Gruppe von Söldnern so nennen darf, unterstützen das zweite Bild.
Vampire sehen sowohl nachts als auch tagsüber aus wie unglaublich schöne Menschen sofern man sie tagsüber in ihren Wohnungen aufsucht. Wenn sie nicht gerade an Blutmangel leiden, ist ihr Äußeres für einen Menschen ungewöhnlich stark anziehend. Ihre Haut erscheint makellos, da sie Verletzungen vollkommen heilen können und nur große und schwere Verletzungen hinterlassen dauerhafte Narben.Die Eckzähne zum Blut trinken fallen kaum auf, denn sie sind nur unwesentlich länger als bei einem Menschen. Zum Blut trinken jedoch fahren sie meist die Zähne etwas mehr aus.
Sollte ein Vampir jedoch “ausbluten“, also kein Menschenblut zu sich nehmen, entspricht er nach spätestens drei Monaten wie im Volksglauben mehr einem Schatten eines menschlichen Wesens als einem Menschen.

Die Kultur:

Eine “Familie“ besteht meist aus ungefähr zwanzig Vampiren wobei die Zahlen dort sehr schwankend sind. Jede Familie hat ein Oberhaupt, das die ganze Familie führt. Die meisten Mitglieder wurden von ihm erschaffen und sind somit gewissermaßen an ihn gebunden. Nur noch bei wenigen der alten Familien und bei den wenigen jungen Familien ist das Oberhaupt auch gleichzeitig der Gründer der Familie. Die ältesten unter den Oberhäuptern sind noch Vampire der ersten Generation, die von Drak Seld verwandelt wurden. Auch ansonsten ist die Rangverteilung ziemlich eindeutig. Je jünger der Vampir ist, desto geringer ist sein Rang in der Gesellschaft und desto geringer wird er geschätzt.

Die Kultur hingegen ist bei ihnen relativ simpel und doch kann sie auf einem Beobachter sehr spektakulär wirken. So trinken die Vampire nur einmal pro Woche wirklich Blut. Hierbei werden je nach Größe der Familie eine Zahl an Opfern ausgesucht, wobei ein Mensch meist für mehrere Vampire reicht. Eine Verwandlung wird nur selten durchgeführt, da sie versuchen ihre Zahl niedrig zu halten um nicht aufzufallen, aber wenn sie vollzogen wird ist dies meist ein ebenso beeindruckendes wie furchteinflößendes Ritual, bei dem das Opfer, in ein weißes Kleid oder einen schwarzen Anzug gekleidet, in das Zimmer des Oberhauptes gebracht wird, denn nur er darf andere Vampire erschaffen.

Zwischen den Familien selbst herrschen kaum Verbindungen. Jedes Familienoberhaupt fürchtet einen Machtverlust, sollte eine andere Familie zu sehr Einblick in sein Territorium bekommen. Einzig und allein durch menschliche Diener, die sie sich entweder durch Bedrohung oder Bestechung zu Dienste gemacht haben, werden wichtige Informationen ausgetauscht wie zum Beispiel über verdächtige Aktivitäten der Kirche. Einst soll es einen Vampirfürsten gegeben haben, der über alle Familien herrschte. Dies war vermutlich Drak Seld, der erste Vampir. Aber seit seinem Tod ist nie wieder ein Vampir mächtig genug gewesen, um sich selbst zum König zu krönen.

Die Vampire glauben, dass die Götter, allen voran Ruus, sie verraten hätten. Einige glauben gar, dass die Götter tot seien oder es sie nie wirklich gegeben habe. Stattdessen verehren viele den toten Drak Seld als Gott des Blutes, wobei es hier aber keine festen Rieten gibt. Viel mehr denken sie an ihn, wenn sie einem Menschen das Blut aussaugen und sich ihrer Bestimmung fügen.

Stärken und Schwächen:

Man weis heute, dass man nur zu einen Vampir werden kann, wenn man das Blut eines Vampires trinkt. Dann hat man noch 24 Stunden bis die Verwandlung unumkehrbar ist.
Allerdings bleibt es unklar, warum Vampire so abhängig vom Blut anderer sind. Fakt ist aber, dass ein Vampir, der genug getrunken hat übermenschlich stark und schnell wird. Trinken sie allerdings kein Blut so werden sie immer schwächer und Alterserscheinungen wie Haarausfall treten auf.
Die Haut eines Vampires ist stark lichtempfindlich und kann sogar anfangen zu verbrennen. Kleidung hilft hier nur in soweit Abhilfe, als dass jedes Stückchen Haut mit Licht undurchlässigem Stoff verdeckt sein muss. Trotzdem verliert der Vampir tagsüber nicht nur seine scharfen Sinne, sondern auch seine überdurchschnittliche Stärke und zieht viel Aufmerksamkeit auf sich.
Auch die Lebensspanne eines Vampires ist relativ ungeklärt. Mediziner gehen aber davon aus, dass mit regelmäßiger und ausreichender Blutzunahme ein Vampir zumindest in der Theorie mehrere Jahrtausende überleben kann ohne zu altern. Selbst ohne Blutzunahme aber könnten die Vampire bestimmt mehrere Jahrhunderte überleben, wobei sie dann vermutlich auf Grund des starken Blutdurstes halb wahnsinnig wären.
Zum Schutz gegen Vampire sollte man stets ein Wappen oder Bildnis des Ruus bei sich haben. Gerät der Vampir mit diesem Bildnis in Kontakt brennt seine Haut dort. Auch Knoblauch soll helfen, da es für ein Wesen mit solch ausgeprägten Sinnen einen unerträglichen Gestank aussondert. Um einen Vampir zu erkennen sollte man nach etwas wie einem Spiegel Ausschau halten, denn aus unbekannten Gründen haben sie kein Spiegelbild und um ihn zu töten empfiehlt es sich, ihn entweder zu köpfen oder ihn ein Pflock in das Herz zu rammen, da er sich sonst vielleicht heilen könnte.

Vampire verfügen an sich über keine eigene Magie. Sie können aber Zauber wirken, indem sie Magie zusammen mit dem Blut aus ihren Opfern saugen und speichern. Je mehr sie trinken desto stärker werden Magie und Körperkraft. Allerdings sind diese Kräfte nur begrenzt und brauchen sich schnell auf, zumindest was die Magie betrifft. Dennoch können erfahrene Vampire, die genug Blut getrunken haben, mächtige Zauber und Beschwörungen aussprechen sofern sie diese beherrschen. Dabei meiden sie aber Feuermagie, denn sie selbst sind ihr gegenüber sehr anfällig.


Vorkommen:

In Familien sind die Vampire nur noch selten und nur in Fjelkyst angeblich zu finden. Dies beruht aber nur auf Aussagen von abergläubischen Bauern. Allerdings gibt es auch Gerüchte von einzelnen Vampiren in Maretzien, Middarion, Merkria und Lysemien. Doch gibt es kaum bestätigte Fälle von Vampirismus.

Die Geschichte:

Der allererste Vampir war Drak Seld, der große Revolutionär. Er leitete mitunter die große Revolution gegen die Magier 30v.g.Z. an. Als treuer Anhänger von Ruus bestritten er und seine Soldaten, genannt “Sonnenritter“, die meisten der Schlachten gegen die Magier. Waren sie anfangs noch siegreich und nutzten die Überraschung der Magier aus, mussten sie jedoch bald im Angesicht des gigantischen Söldnerheeres der Magier und deren Macht immer wieder zurückziehen. Vor allem die Schlacht nahe der großen Wüste sollte für Drak und die Sonnenritter entscheidend sein. In einer Schlucht, die die Sonnenritter durchquerten um nach El Fatach zu gelangen und dies zu befreien, lauerten die Magier und ihre Söldner ihnen auf. Innerhalb weniger Minuten waren die Rebellen in einem Regen aus Pfeilen und Magie umgekommen. Einzig und allein Drak überlebte schwer verwundet, doch dies war auch die Absicht der Magier. Diese fesselten ihn am Boden unter seinen Leuten, sodass er in deren Blut lag. So sollte er unter der Sonne Ruus’ langsam dahin scheiden. Drei Tage und Nächte lag er da. Mit jedem Sonnenaufgang wuchs seine Verzweiflung. Erst dachte er Ruus wollte ihn prüfen, dann dachte er, er wolle ihn strafen für seinen Hochmut. Doch schließlich kam er zu der Überzeugung, dass es die Göttlichen gar nicht geben könne oder sie bösartige Götter wären und er verfluchte Ruus.
Ausgetrocknet suchte er nach einem Schluck Wasser, doch das einzige, was er fand, war das Blut seiner Kameraden, was vermutlich durch einen Zauber oder durch blankes Schicksal noch nicht gänzlich geronnen war. Und so trank Drak vom Blut seiner Gefährten. Mehr und mehr fühlte er sich stärker und auch seine Wunde schien ihn nicht mehr so zu schmerzen. Er richtete sich auf, wobei er die Seile zerriss, als seien sie Bindfäden und entschloss sich, zum Heer der Rebellen zurückzukehren. Während er des Nachts lief merkte er, dass er schneller und stärker war, trotz der großen Verletzungen. So kam er noch in derselben Nacht im Rebellenlager an. Er lies seine Wunden versorgen, welche sich aber laut dem Arzt auf fast schon unheimliche Weise wieder größtenteils verschlossen hatten.
Doch als Drak am Tage raus gehen wollte, fing seine Haut Feuer und er erkannte, dass Ruus seinen Fluch wohl sehr ernst genommen hatte, denn auch die Insignien von Ruus brannten auf seiner Haut. So kämpfte er fortan nur noch des Nachts und schlief in einer Kiste um vor der Sonne sicher zu sein. Er aß nichts mehr sondern trank nur noch das Blut seiner Feinde, denn das Blut hatte ihn mächtig gemacht und bald schon konnte er nichts anderes mehr essen.
Mehr und mehr misstrauten ihm die anderen Revolutionäre und sie verbaten ihn schließlich aus Angst vor seiner Macht Blut zu trinken. Doch schon längst hörte Drak nicht mehr auf sie. Er war sein eigener Herr und niemand konnte ihm etwas entgegensetzen. So trank er zwar nicht mehr bei der Schlacht, dafür aber im eigenen Lager wenn jemand schlief. Aus reinem Instinkt verwandelte er die Schar Männer, die unter ihm dienten in Seinesgleichen.
Doch schließlich überraschten die Rebellen Drak und seine Leute bei einem Mahl und mit Entsetzen erkannten sie die Gefahr, die von Drak ausging. Diese flohen noch in dieser Nacht gen Norden um den Rebellen zu entgehen.

Nach der großen Zerstörung wuchs die Zahl der Vampire stark an. Die Menschen waren schwach und hilflos und so konnten Drak und sein Gefolge sich gefahrlos an ihnen satt trinken. Es gab keine Magier und die Menschen waren untereinander zerstritten. Mehr und mehr breiteten die Vampire sich aus. Schließlich musste die Kirche der fünf Göttlichen selbst eingreifen, indem sie die Vampire unter der Leitung der Phönixgardisten jagen und töten lies.
Die Phönixgardisten waren auf Grund ihrer Magie und ihrer Ausbildung gegenüber den Vampiren klar im Vorteil und die Phönixe schienen die Vampire erspüren zu können. Schließlich kam es zu jenem Tag, an dem die Kirche Drak selbst fand und tötete. Man feierte dies als den Untergang der Vampire, denn bis dahin dachte man, dass die Vampire alle sterben würden würde Drak sterben, denn er sei die Wurzel der Verderbtheit.
Doch so war es nicht. Die Vampire starben nicht aus, sie zogen sich nur zurück. Fortan agierten sie aus dem Hintergrund. Manipulierten die Menschen und vermehrten sich nur in geringen Zahlen. Irgendwann kam heraus, dass es immer noch Vampire gab. Und wieder rief die Kirche eine Hetzjagd nach ihnen aus. Doch da die Vampire sich diesmal zu verstecken wussten und nicht besonders auffielen war ein Krieg gegen sie unmöglich.
Schließlich gab es nur noch einige Orden oder Gruppierungen, die gezielt Jagd auf Vampire machten und nur wenige finden tatsächlich noch einen. Denn obwohl sie dadurch schwächer sind trinken die Vampire meistens nur so viel Blut, wie sie zum Überleben brauchen und um nicht aufzufallen.


-Das Kompendium der Völker von Alsak Peutler

Verfasst: Mi 29. Sep 2010, 21:41
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