Die Harpyien




Der Gelehrte Alsak Peutler trug einst alle Aufzeichnungen und Überlieferungen der Völker Perias' zusammen in seinem Kompendium der Völker. Von Mensch bis Drache sind hier alle Völker beschrieben und erläutert.

Die Harpyien

Beitragvon Der Schreiber » Mi 13. Okt 2010, 23:27

Die Stämme der Harpyien

Die Windfeder-Harpyien

Die Steinkrallen-Harpyien

Die Sturmsänger-Harpyien


Die Geschichte:

Die Geschichte der Harpyien begann vor ca. 2000 Jahren, als eine Frau in einem kleinen Dorf im heutigen Maretzien die Götter anflehte ihr Kinder zu schenken. Denn obwohl sie und ihr Mann sich liebten, war ihre Ehe doch von keinen Kindern gesegnet. Und nichts wünschte sich die Frau mehr, als Kinder zu bekommen. Eines Tages trat urplötzlich ein Jüngling in ihre Hütte, als ihr Mann grade auf den Feldern war. Ihn schien eine magische Aura zu umgeben und die Frau war so verzückt von seinem Aussehen, dass sie ihm alles glaubte, was er ihr sagte.

So berichtete er ihr, er sei ein Gesandter der Götter, der ihren Herzenswunsch erfüllen und ihr Kinder geben solle. Doch dafür müsse sie ihr altes Leben aufgeben und mit ihm ziehen. Die Frau tat, wie der Femdling es ihr gesagt hatte. Sie verließ ihren Mann und folgte dem Jüngling bis zu den Hesinbrecht Bergen im Norden. Dort lebten sie in einer Hütte zusammen und schon bald wurde die Frau schwanger. Sie war voller Vorfreude und Hoffnung, als die Zeit kam, da sie gebären sollte. Doch als sie ihre Kinder weiteten sich ihre Augen vor Entsetzen und sie schrie vor Angst laut auf. Denn die drei Mädchen, die sie zur Welt brachte, waren keine Menschen. Sie hatten Krallen statt Füßen und ihre Arme waren mit Federn besetzt.

Der Fremde allerdings lachte. Denn er war kein Gesandter der Götter, sondern ein Erzastraler, der den Körper eines Menschen übernommen hatte und die Kinder während die Frau noch schwanger war in ihrem Leib durch seine Magie verwandelt. Als seine Töchter sollten sie Leid und Kummer über das Volk der Menschen bringen, die so dumm und einfältig waren. Daraufhin nahm er die drei Sturmschwestern, die er Okypete, Sarana und Kelani nannte, und brachte sie auf die Hesinbrecht Berge, wo er sie in allem was sie wissen mussten unterrichtete. Doch der Zauber, den der Erzastrale gewirkt hatte, um die Schwestern zu verwandeln, hatte seine sterbliche Hülle zu sehr geschwächt. Obwohl er als Jüngling die Harpyien gezeugt hatte, war er schon nach 16 Jahren zu einem alten Greis verkommen, der schon bald starb. Doch nicht, ohne den Sturmschwestern noch alle Geheimnisse der Windmagie beizubringen, die er wusste und sie gelehrt hatte, wie sie mit ihm Kontakt aufnehmen in den astralen Sphären.

Über 1500 Jahre folgten die Harpyien jenen Zweck, den ihr Vater für sie vorgesehen hatte. Da sie die Töchter eines Astralen waren und durch Magie stark verändert wurden waren sie unsterblich und ihr Vater hatte ihr Wesen so manipuliert, dass sie eine unglaubliche Freude dabei empfanden, wenn sie Leute folterten und töteten. Es machte ihnen Spaß, sie auszurauben und zu entführen. Nur Okypete, die nicht so wild wie ihre Schwestern war und viel mehr in Frieden leben wollte, erfreuten diese Raubzüge nur ein wenig.

Langsam sammelte sie unter sich Harpyien, die wie sie auch ohne Mord und Diebstahl leben wollten. Die meisten davon waren ihre eigenen Nachkommen, doch ihre Zahl war gering. Dennoch eröffnete Okypete eines Tages ihren Schwestern, dass sie keine Raubzüge mehr machen würde und nicht länger den Wünschen ihres Vaters folgen würde. Dazu würde sie die Hesinbrecht Berge verlassen und mit ihrem Stamm woanders neu anfangen. Die anderen Schwestern waren erbost darüber, aber sie taten nichts dagegen. Ihrer Meinung nach würde ihre Schwester nicht lange so überleben können und bald wieder angekrochen kommen. Doch auch Sarana wollte den Hesinbrecht Berge verlassen, die mittlerweile zu klein für alle Harpyien waren. Auch waren Saranas Töchter schwächer und kleiner als die Töchter Kelanis und wurden oft von ihnen getötet. So teilten die Harpyien sich in die drei Stämme auf und ihre Wege trennten sich. Nur Kelani und ihre Sturmsänger blieben zurück.

Doch wider den Glauben ihrer Schwestern errichtete Okypete mit ihrem Stamm 1342 n.g.Z. auf den Überresten der alten Feste Bernharts Wall in Lysemien ihr Lager Sturmnest, sodass es ohne Flügel nur schwer erreichbar war. Dennoch wollte Okypete mit den anderen Völkern zusammen leben können. So beschloss sie, einen unglaublichen Verrat an ihren Vater zu begehen. So lehrte sie den Menschen ihr Wissen über die Windmagie. Dafür gewährten die Herrscher der Länder den Mitgliedern des Windfederstammes Einlass in ihre Städte und versprachen, die Mitglieder des Stammes nicht weiter zu jagen. Als allerdings die anderen Stämme davon erfuhren schworen die anderen Sturmschwester, jede Harpyie des Windfederstammes zu töten, die ihnen begegnete. Die so entstandene Feindschaft zwischen den Stämmen hält bis heute an und wird nur beim Ritual des Vaters zur Jahreswende ignoriert, wobei aber die Windfedern dennoch immer einen Angriff fürchten müssen trotz des Rituals.


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Die Windfeder-Harpyien

Beitragvon Der Schreiber » Fr 15. Okt 2010, 23:01

Aussehen:

Harpyien haben an ihren Beinen statt Füße Klauen. Ihr Oberkörper gleicht dem eines Menschen, nur ist er etwas kleiner. Ihre Arme sind etwas länger als bei einem Menschen und sind mit ihren Flügeln verwachsen. Selten werden Windfeder-Harpyien größer als 1,60 Meter, doch wirken sie bei weitem nicht so schmächtig wie ihre Artgenossen von den Steinkrallen. Sie haben die Augen eines Raubvogels und wer genau hinschaut bemerkt leicht spitzere Zähne als bei Menschen. Harpyen sind ausschließlich weiblich. Zusätzlich haben Mitglieder des Windfedernstammes eine Kette um den Hals mit einer einzelnen weißen Feder. Im Durchschnitt werden sie fast 20 Jahre älter als ihre Artgenossen und können bis zu 60 Jahre alt werden

Die Kultur:

Im Stamm der Windfedern steht die Sturmschwester Okypete an der Spitze und ihre Mitglieder sind aufgeteilt in Kriegerinnen und Brüter. Die Kriegerinnen kümmern sich um die Jagd und den Schutz des Stammes während die Brüter die Eier, auch die der Kriegerinnen, ausbrüten, die Jungtiere großziehen und Kleidung, Werkzeug und ähnliches herstellen. Dadurch, dass die beiden Gruppen so voneinander abhängig sind, gibt es ein starkes Gruppengefühl unter den Harpyien.

Erreicht eine Harpyie die Volljährigkeit mit 16 Jahren so zieht sie aus in die Welt und sucht sich einen Partner zur Paarung. Die Harpyien suchen sich einen Partner und paaren sich mit ihm. Dann fliegen die meisten zu ihrem Stamm zurück und lassen die 1 bis 3 Eier ausbrüten. Manche Harpyien bleiben allerdings bei ihrem Partner und ziehen ihre Jungen selber groß. Aber egal, wer der Vater ist, die Harpyie wird nur andere Harpyien zur Welt bringen. Diese schlüpfen nach 5-6 Wochen und können sich schon nach wenigen Jahren selbst versorgen.

Obwohl die Harpyien eigentlich keine richtige Religion haben glauben dennoch einige Mitglieder des Windfedernstammes an die fünf Göttlichen. Manche sehen sogar in den Harpyien das wahre Volk Aerons, auch wenn sie dies niemals laut vor allem in der Gegenwart eines Drachen sagen würden.

Stärken und Schwächen:

Durch ihre Fähigkeit zu fliegen haben Harpyien einen gigantischen Vorteil gegenüber den meisten Völkern. Aber durch ihre Flügel können sie mit den meisten Waffen nur schlecht umgehen. Stattdessen lassen sie gerne aus großer Höhe Gegenstände auf die Gegner fallen wie zum Beispiel angespitzte Eisenblöcke. Denn trotz ihrer geringen Größe sind Harpyien dazu in der Lage, ihr Körpergewicht in ihren Klauen lange Zeit mit sich zu tragen.

Mitglieder des Stammes der Windfedern sind sogar dazu in der Lage, Windmagie zu wirken. Denn obwohl sie ihre Wildheit noch nicht ganz verloren haben sind sie doch intelligenter und ruhiger als ihre Artgenossen.

Leider begegnen fast alle Völker den Harpyien mit Furcht und Hass, weswegen selbst die Mitglieder des Stammes der Windfedern, der offiziell in den Städten geduldet wird, meist nur verkleidet und getarnt unter den anderen Völkern leben können.

Vorkommen:

Der Windfedernstamm lebt hauptsächlich in ihrem Lager Sturmnest im Angdor-gebirge.

Doch sind Windfeder-Harpyien auch in den Städten anzutreffen, wo sie aber für gewöhnlich versteckt und verkleidet leben, da immer noch viele Menschen sie lieber Tod als lebendig sehen wollen.



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Die Steinkrallen-Harpyien

Beitragvon Der Schreiber » Fr 15. Okt 2010, 23:02

Aussehen:

Harpyien haben an ihren Beinen statt Füße Klauen. Ihr Oberkörper gleicht dem eines Menschen, nur ist er schmächtiger und etwas kleiner. Harpyien sind ausschließlich weiblich. Ihre Arme sind etwas länger als bei einem Menschen und sind mit ihren Flügeln verwachsen. Die Steinkrallen-Harpyien sind kleiner als ihre Schwestern und werden nicht größer als 1,20 Meter. Auch haben sie sehr geringe Lebenserwartungen und sterben meist noch vor Vollendung des 30. Lebensjahres. Sie haben die Augen eines Raubvogels und messerscharfe Zähne und Krallen, die sie Schwarz färben.

Die Kultur:

An der Spitze des Steinkrallenstammes steht die unsterbliche Sturmschwester Sarana. Sie untersteht nur noch dem Vater der Harpyien. Ansonsten herrscht allerdings das Gesetz des Stärkeren unter den Steinkrallen-Harpyien.
Nahrung wird Durch Diebstahl und Mord gewonnen und jede Harpyie muss sich ihren Teil an der Beute erkämpfen, wobei die schwachen Mitglieder oft nur noch Knochen bekommen.

Die Steinkrallen-Harpyien jagen in Schwärmen ohne feste Rangordnung. Sie suchen sich ein Opfer und entweder fressen oder bestehlen sie es oder, was für das Opfer noch viel schlimmer seien kann, entführen sie es um es in ihr Nest zu bringen und dort zur Paarung mit ihnen zu zwingen. Am Ende wird der arme Wandersmann meist dennoch gefressen. Danach legen sie 4 bis 5 Eier, die nach 4 Wochen schlüpfen und schon nach kurzer Zeit selbstständig seien müssen, da die Steinkrallen-Harpyien sich nicht lange um ihre Töchter kümmern.

Um sich zu verbreiten haben jene Harpyien, die direkt von Sarana abstammen das Recht, ein eigenes Nest an einem anderen Ort zu bilden. Dort können sie dann einen eigenen Schwarm gründen, der aber weiterhin Sarana untersteht. Sechs ihrer Töchter bleiben bei der Sturmschwester, dürfen aber trotzdem ein Nest bilden. Stirbt eine der Töchter so übernimmt die stärkste des Schwarms ihre Position oder der gesamte Schwarm kehrt zu Sarana zurück.

Stärken und Schwächen:

Durch ihre Fähigkeit zu fliegen haben auch diese Harpyien einen gigantischen Vorteil gegenüber den meisten Völkern. Eine weitere Stärke des Steinkrallenstammes sind ihre großen Schwärme und ihre messerscharfen Klauen, die ihre Opfer buchstäblich zerfetzen. Wie eine Wolke fallen sie über unglückliche Wanderer her und töten sie so meist unter großen Schmerzen. Die Grausamkeit mit der sie dabei vorgehen lässt viele der Völker sich vor ihnen fürchten.

Allerdings sind die Steinkrallen-Harpyien einzeln äußerst schwach und können leicht besiegt werden, da sie nicht die schlausten sind und auch nicht mit Waffen umgehen können. Doch die meisten Harpyien sterben durch ihre Artgenossen, die sofort über sie herfallen würden, wenn sie Schwäche zeigen. Auch sind sie nicht gerade die Schlausten und bis auf Sarana kann keine Steinkrallen-Harpyie Windmagie wirken.

Vorkommen:

Steinkrallen-Harpyien sind vor allem in Rochtalf und Enriskat stark verbreitet. Das Schwarzdorngebirge zwischen den beiden Ländern stellt hierbei ihr Stammesgebiet da. Doch haben sie sich auch schon weit in den Rest Sagons vorgewagt, auch wenn sie dort nur vereinzelt anzutreffen sind. In Städten sind sie allerdings nie zu finden, da sie dort nicht wie die Windfeder-Harpyien geduldet werden sondern getötet.



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Die Sturmsänger-Harpyien

Beitragvon Der Schreiber » Fr 15. Okt 2010, 23:04

Aussehen:

Die Harpyien des Sturmsängerstammes sind von ihren Klauen statt Füßen bis zur Gürtellinie mit Federn geschmückt. Ihr Oberkörper ist der eines Menschen. Harpyien sind ausschließlich weiblich. Ihre Arme sind verbunden mit ihren Flügeln und länger als bei Menschen. Sie haben Augen eines Raubvogels und messerscharfe Zähne. Auch gehören die Sturmsänger-Harpyien mit bis zu 1,70 Meter zu den größten der Harpyien, wenn sie auch nur 40 Jahre alt werden. Sie sind auch dir kräftigsten unter ihnen.

Die Kultur:

Die Sturmschwester Kelani führt die Sturmsänger-Harpyien an und sie gehorcht den Willen des Vaters. Allerdings sind die meisten der Sturmsänger-Harpyien Einzelgänger und leben in eigenen Nestern hoch oben in den Bergen. Ähnlich wie ihre Schwestern von den Steinkrallen leben auch diese Harpyien von Raub und Mord, doch jagen sie allein und horten ihre Beute in ihren Nestern.

Die Paarung verläuft so, dass eine Harpyie, die den Drang verspürt sich zu paaren, sich einen Man erspäht und dann einfach schnappt und in ihr Nest schleppt. Dort paart sie sich mit ihm auch gegen seinen Willen und legt daraufhin zwei bis drei Eier. Dann verletzt sie den Mann noch so, dass er nicht fliehen kann, und beginnt dann mit der Brutzeit. Diese dauert bis zu 6 Wochen, in denen die Harpyie sich ab und zu was fängt, von dem auch das Opfer etwas abbekommt. Schlüpfen die jungen Harpyien dann endlich fallen sie gleich über ihren unglücklichen Vater her und fressen ihn bei lebendigem Leib auf. Gleich darauf werden sie von ihrer Mutter aus dem Nest geworfen und müssen sich selbst durchschlagen.

Ein Markenzeichen der Sturmsänger-Harpyien ist auch der markante Schrei, der klingt wie ein rostiger Nagel auf einer Tafel und einem durch Mark und Bein geht.

Stärken und Schwächen:

Auch die Sturmsänger-Harpyien jagen aus der Luft. Doch ist ihre Stärke nicht ihre große Zahl sondern ihre einzelne Stärke. So kann sie mit ihren kräftigen Beinen eine Kuh von der Weide ohne weitere Probleme in ihr Nest schleppen. Ihre ungeheure Freude an den Schmerz und das Leid anderer macht ihr Jagdverhalten noch grausamer und gefürchteter, zumal sie über einen gewissen Grad an bösartiger Intelligenz verfügen. Dennoch beherrscht nur Kelani die Windmagie und behält sie für sich.

Die Tatsache, dass in vielen Ländern jagt auf Steinkrallen- und Sturmsänger-Harpyien gemacht wird, könnte man als Schwäche auslegen, doch dies kümmert diese Harpyien nicht weiter, da sie Einzelgänger sind. Jedoch wird auf diese Harpyien noch stärker Jagd gemacht, da ihre Eier eine schöne Musterung haben, die sie bei Sammlern sehr beliebt macht.

Vorkommen:

Eigentlich leben Sturmsänger-Harpyien in fast allen Ländern Sagons. Dennoch leben die meisten von ihnen immer noch in der Nähe der Hesinbrecht-Berge in Maretzien in der Nähe von Kelani. Auch sonst bevorzugen sie Gebirge mit hohen Gipfeln für ihre Nester, meiden aber außer zur Jagd das Flachland und den Städten der Menschen bleiben sie vollkommen fern.


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