Die Stämme der Harpyien
Die Windfeder-Harpyien
Die Steinkrallen-Harpyien
Die Sturmsänger-Harpyien
Die Geschichte:
Die Geschichte der Harpyien begann vor ca. 2000 Jahren, als eine Frau in einem kleinen Dorf im heutigen Maretzien die Götter anflehte ihr Kinder zu schenken. Denn obwohl sie und ihr Mann sich liebten, war ihre Ehe doch von keinen Kindern gesegnet. Und nichts wünschte sich die Frau mehr, als Kinder zu bekommen. Eines Tages trat urplötzlich ein Jüngling in ihre Hütte, als ihr Mann grade auf den Feldern war. Ihn schien eine magische Aura zu umgeben und die Frau war so verzückt von seinem Aussehen, dass sie ihm alles glaubte, was er ihr sagte.
So berichtete er ihr, er sei ein Gesandter der Götter, der ihren Herzenswunsch erfüllen und ihr Kinder geben solle. Doch dafür müsse sie ihr altes Leben aufgeben und mit ihm ziehen. Die Frau tat, wie der Femdling es ihr gesagt hatte. Sie verließ ihren Mann und folgte dem Jüngling bis zu den Hesinbrecht Bergen im Norden. Dort lebten sie in einer Hütte zusammen und schon bald wurde die Frau schwanger. Sie war voller Vorfreude und Hoffnung, als die Zeit kam, da sie gebären sollte. Doch als sie ihre Kinder weiteten sich ihre Augen vor Entsetzen und sie schrie vor Angst laut auf. Denn die drei Mädchen, die sie zur Welt brachte, waren keine Menschen. Sie hatten Krallen statt Füßen und ihre Arme waren mit Federn besetzt.
Der Fremde allerdings lachte. Denn er war kein Gesandter der Götter, sondern ein Erzastraler, der den Körper eines Menschen übernommen hatte und die Kinder während die Frau noch schwanger war in ihrem Leib durch seine Magie verwandelt. Als seine Töchter sollten sie Leid und Kummer über das Volk der Menschen bringen, die so dumm und einfältig waren. Daraufhin nahm er die drei Sturmschwestern, die er Okypete, Sarana und Kelani nannte, und brachte sie auf die Hesinbrecht Berge, wo er sie in allem was sie wissen mussten unterrichtete. Doch der Zauber, den der Erzastrale gewirkt hatte, um die Schwestern zu verwandeln, hatte seine sterbliche Hülle zu sehr geschwächt. Obwohl er als Jüngling die Harpyien gezeugt hatte, war er schon nach 16 Jahren zu einem alten Greis verkommen, der schon bald starb. Doch nicht, ohne den Sturmschwestern noch alle Geheimnisse der Windmagie beizubringen, die er wusste und sie gelehrt hatte, wie sie mit ihm Kontakt aufnehmen in den astralen Sphären.
Über 1500 Jahre folgten die Harpyien jenen Zweck, den ihr Vater für sie vorgesehen hatte. Da sie die Töchter eines Astralen waren und durch Magie stark verändert wurden waren sie unsterblich und ihr Vater hatte ihr Wesen so manipuliert, dass sie eine unglaubliche Freude dabei empfanden, wenn sie Leute folterten und töteten. Es machte ihnen Spaß, sie auszurauben und zu entführen. Nur Okypete, die nicht so wild wie ihre Schwestern war und viel mehr in Frieden leben wollte, erfreuten diese Raubzüge nur ein wenig.
Langsam sammelte sie unter sich Harpyien, die wie sie auch ohne Mord und Diebstahl leben wollten. Die meisten davon waren ihre eigenen Nachkommen, doch ihre Zahl war gering. Dennoch eröffnete Okypete eines Tages ihren Schwestern, dass sie keine Raubzüge mehr machen würde und nicht länger den Wünschen ihres Vaters folgen würde. Dazu würde sie die Hesinbrecht Berge verlassen und mit ihrem Stamm woanders neu anfangen. Die anderen Schwestern waren erbost darüber, aber sie taten nichts dagegen. Ihrer Meinung nach würde ihre Schwester nicht lange so überleben können und bald wieder angekrochen kommen. Doch auch Sarana wollte den Hesinbrecht Berge verlassen, die mittlerweile zu klein für alle Harpyien waren. Auch waren Saranas Töchter schwächer und kleiner als die Töchter Kelanis und wurden oft von ihnen getötet. So teilten die Harpyien sich in die drei Stämme auf und ihre Wege trennten sich. Nur Kelani und ihre Sturmsänger blieben zurück.
Doch wider den Glauben ihrer Schwestern errichtete Okypete mit ihrem Stamm 1342 n.g.Z. auf den Überresten der alten Feste Bernharts Wall in Lysemien ihr Lager Sturmnest, sodass es ohne Flügel nur schwer erreichbar war. Dennoch wollte Okypete mit den anderen Völkern zusammen leben können. So beschloss sie, einen unglaublichen Verrat an ihren Vater zu begehen. So lehrte sie den Menschen ihr Wissen über die Windmagie. Dafür gewährten die Herrscher der Länder den Mitgliedern des Windfederstammes Einlass in ihre Städte und versprachen, die Mitglieder des Stammes nicht weiter zu jagen. Als allerdings die anderen Stämme davon erfuhren schworen die anderen Sturmschwester, jede Harpyie des Windfederstammes zu töten, die ihnen begegnete. Die so entstandene Feindschaft zwischen den Stämmen hält bis heute an und wird nur beim Ritual des Vaters zur Jahreswende ignoriert, wobei aber die Windfedern dennoch immer einen Angriff fürchten müssen trotz des Rituals.
-Das Kompendium der Völker von Alsak Peutler

